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Wettbewerbsverzerrung 22/05/2015

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Nach der Diskussion in Deutschland, ob Bayern München nun den Abstiegskampf beeinflusst oder nicht, so ist es in den Regionalligen in Österreich seit Jahren noch immer Wettbewerbsverzerrend, das die Amateurvereine ihre Profis aus der Bundesligakampfmannschaft in den Amateurteams einsetzen.

Ein genauer Blick auf die Regionalliga Ost zeigt hier eine aus Sportlichlicher- und Fairnessgedanklicher Sicht bedenkliche Situation.

Die Ausgangssituation

Von den 16 Mannschaften, von denen 5 Mannschaften eine Amateurmannschaft der Bundesliga bzw. der Ersten Liga sind, steigen einmal fix 3 Mannschaften in die jeweiligen Landesligen ab. Durch die Aufstiegsregelung das  der Meister nicht fix in die Erste Liga aufsteigt und es zwei Fixabsteiger aus dieser Liga gibt, können auch bis zu 5 Mannschaften aus der Regionalliga absteigen.

Die aktuelle Situation am Vorletzten Spieltag

Da rund bis zu 5 von 16 Vereine absteigen können befinden sich noch immer 9 von 16 Vereine  im Abstiegskampf. Unter diesen 9 Mannschaften befinden sich mit den Zweiten Mannschaften von Admira, Austria, Mattersburg, Rapid und Sankt Pölten alle Amateurmannschaften im Abstiegskampf die die einzelnen Spiele durch den Einsatz von Bundesligaspielen in diesen Amateurmannschaften beeinflussen können und auch werden.

Die besondere Problematik der Amateurmannschaften nach einem Abstieg

Bis, zumindest, zur Saison 2019/2020 gelten aufgrund des Regulartives des ÖFB folgenden Bestimmungen für die Amateurteams.

  • Es gibt eine Limitierung von maximal drei Amateurteams pro Regionalliga. In jenen Ligen, an denen derzeit mehr als drei Amateurteams teilnehmen, erfolgt ein Abgang ausschließlich über den sportlichen Abstieg. Es gibt keine Zwangsrelegation.
  • Sollte ein vierter Amateurverein aufstiegsberechtigt sein, muss dieser gegen das schlechtest platzierte Amateurteam in der Regionalliga Relegation spielen.

Durch diese Bestimmungen, die es den aus der Regionalliga abgestiegenen Verein nun sehr schwer machen wieder aufzusteigen, ist es aus Sicht der einzelnen Vereine verständlich das sie alles Versuchen nicht abzusteigen, auch wenn dies Wettbewerbsverzerrend ist.

Der Einsatz von Bundesligaspielern am Beispiel von Rapid II (könnte aber auch mit jedem anderen Amateurteam gemacht werden)

Startete das Amateurteam von Rapid noch recht ambitioniert und verstärkte sich im letzten Sommer, nach Abgabe der Leistungsträger wie Eldis Bajrami und Marvin Egho fast ausschließlich mit Spieler des eigenen Nachwuchses, so musste diese sehr Junge Mannschaft recht schnell Tribut zollen und befand sich zur Winterpause nach Runde 16, mit gerade einmal 16 Punkten, auf Tabellenrang 14 . Trotzdem wurde in der Wintertransferzeit am Transfermarkt nicht Nachgebessert, sondern der Weg mit Jungen Nachwuchsspielern beharrlich fortgesetzt. Vielleicht auch wohl wissend um die Möglichkeit im Falle des Falles aus der Bundesligamannschaft nachbessern zu können. Und da es nun um den Abstieg geht kamen im Frühjahr folgende (Profi)Spieler zu Einsatz die in der Bundesliga schon ihren Wert für Rapid beweisen konnten.

  • Michael Schimpelsberger, u.a. 51 Spiele Österreichische Bundesliga & 8 U21 Länderspiele
  • Philipp Prosenik, u.a. 15 Spiele Österreichische Bundesliga & 3 U21 Länderspiele
  • Brian Behrendt, u.a. 38 Spiele Österreichische Bundesliga
  • Christopher Dibon, u.a. 66 Spiele Österreichische Bundesliga & 1 Länderspiel
  • Marko Maric, 7 Spiele Österreichische Bundesliga & aktuell 3 U19 Länderspiele für Kroatien
  • Dominik Starkl, u.a. 30 Spiele Österreichische Bundesliga & 5 U21 Länderspiele
  • Andreas Kuen, u.a. 13 Spiele Österreichische Bundesliga
  • Dominik Wydra, u.a. 57 Spiele Österreichische Bundesliga & 4 U21 Länderspiele
  • Louis Schaub, u.a. 75 Spiele Österreichische Bundesliga & 10 U21 Länderspiele

Auch wenn sich aus diesen Spielern ein Bundesligataugliche Truppe formen lässt und sie nie alle zusammen gleichzeitig die Amateurmannschaft von Rapid verstärkten, so kann sich Rapid mit ihrer Erfahrung aus Internationalen- und Bundesligaspielen im Abstiegskampf einen Vorteil verschaffen, auch wenn er nicht immer zu Punkten führte, den ihre Konkurrenten allein schon aus Finanzieller Möglichkeiten nicht in der Lage wären.

Die Konsequenz:

Da sich die einzelnen Vereinen an die Einsatzberechtigung für Spieler der Amateurmannschaften, welche im Einvernehmen zwischen dem ÖFB, den Landesverbänden und der Bundesliga geregelt werden, halten kann ihnen kein Vorwurf gemacht werden da auch sie mitten im Abstiegskampf sind und sich mit allen Mitteln die die Regeln vorgeben auch dagegen wehren. Denn auch schon die Vorangegangenen Saisonen zeigten das vor allem im Abstiegskampf der Amateurteams einzelnen Bundesligaspieler „Spielpraxis“ brauchten. Hier sind nun vor allem die Landesverbände gefordert sich Gedanken darüber zu machen und diese umzusetzen. Alleine schon der Fair Play Gedanke der FIFA vorgibt und mit dem die UEFA immer wieder Respect einfordert sollte mit einem Wettbewerb beginne der diesen Werten auch entspricht.

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Kategorien: Regionalliga Ost

Wiener Sportklub vs. SC Neusiedl am See 1919 19/09/2014

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Das Spitzenspiel der 8. Runde der Regionalliga Ost brachte an einem lauen Spätsommertag rund 1.500 Zuschauer auf die Tribünen des altehrwürdigen, noch immer nicht sanierten Sportclubplatz in Dornbach. Wieder einmal sollte niemand sein Kommen bereuen. Wie auch?

Nachdem der WSK im 7. Pflichtspiel in Folge in Rückstand geriet, mit Ausnahme des Spiels auf der Hohen Warte, aber fünf mal die Partie drehen konnte und so zu drei Siegen und zwei Unentschieden kam, lässt den Schreiber dieser Zeilen vermuten, daß die Mannschaft das der Spannung halber mit Absicht macht und jedes Mal aufs Neue versucht, ein Spektakel der Extraklasse abzuliefern.

Zunächst einmal alles neu beim WSK? Es gab für die Besucher nicht nur eine neue, wie vom Trainer angekündigte Abwehrformation zu bewundern, sondern auch eine Neuorganisation der Kantine. Vielleicht hat unser E-Mail Anfang August ja doch ein bissl was gebracht? Ohne langes und mühseliges Anstellen um Bier und Wurscht macht es gleich doppelte Freude der Mannschaft zuzusehen. Vor allem, wenn die wieder so beherzt und emotional spielt. Dann und wann gehts mit ihr sogar ein bissl durch und plötzlich sind schöne Spielzuge zu bewundern, die einen mit der Zunge schnalzen und dem Sitznachbarn zuprosten lassen. Es kam, wie es nach den Spielen der letzten Wochen nun mal kommen musste: Die Gäste aus Neusiedl gingen in Führung und der Wiener Sportklub gewann das Spiel.

Es zahlt sich auf alle Fälle aus nach Dornbach zu fahren. Das denkt sich inzwischen endlich wieder auch der Kassier des Wiener SK, vor allem mit Blick auf kommenden Mittwoch und dem Spiel der zweiten Rundes des ÖFB Cups gegen den FC Salzburg, wenn wir hoffentlich wieder mit der Zunge schnalzen und dem Präsidenten zuprosten. Da geht was – Kick it like Wrexham !!!

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Kategorien: Regionalliga Ost

SR Donaufeld vs. SV Mattersburg Amateure 14/09/2014

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Sonntagvormittag – eine Fußballmatinee: Eigentlich hat sie ihre Tradition in der Wienerliga, aufgrund einer Sonderregelung hält sie nun auch in der Ostliga Einzug, da der SR Donaufeld gegen die Amateure des SV Mattersburg zum Frühschoppen geladen hatte.
SR Donaufeld gilt mit dem Gründungsjahr 1912 als einer der ältesten Vereine Wiens. Aufgrund einer Übersiedelung 1965 in die neue Sportanlage in der Fultonstraße, Ecke Nordmanngasse benannte sich der Verein von SC Austria Donauarbeiter in Sportvereinigung Rasenspieler Donaufeld Wien um. Seine größten Erfolge erzielte der SR Donaufeld in den Jahren 1991 und 1992, als man mit Spielern wie Petar Brucic, Felix Gasselich und Walter Schachner in der zweithöchsten Spielklasse, der damaligen 2. Division spielte, und beim Stadthallenturnier das Publikum zu begeistern wusste. Im Anschluss pendelte der Verein zwischen Wienerliga und Ostliga hin und her und schaffte in der letzten Saison verdient wieder den Aufstieg in die Regionalliga Ost.
Diese großen Namen sind Geschichte. Der bekannteste Spieler in der aktuellen Mannschaft ist Kapitän Christian Wiesinger, der neben seiner spielerischen Tätigkeit beim SR Donaufeld auch administrativer Leiter der Akademie des FC Admira Wacker Mödling ist.

Die Gäste führten aufgrund ihrer technischen und läuferischen Überlegenheit schnell 3:0, vergaben viele gute Chancen auf einen höheren Sieg und brachten so die Donaufelder gegen Matchende wieder zurück ins Spiel. Es wurde wieder spannend als die Heimmannschaft durch Kampf, körperliches Spiel & gesunder Härte zwei Tore nach Eckbällen erzielte. Dennoch wurde das Spiel von den Gästen aus dem Burgenland verdient gewonnen.

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Kategorien: Regionalliga Ost

FK Austria Wien Amateure vs. Wiener Sportklub 09/09/2014

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Was war das nur für ein Spiel gegen Amstetten: 0:1 – 0:2 – 1:2 – 2:2 – 3:2 – 3:3 – 3:4 – 4:4 !!! Danach hat es sich als gute Entscheidung erwiesen, das nächste Spiel, das eigentlich wieder ein Heimspiel sein sollte, auf Gesuch der Amateure des FK Austria Wien von Freitag auf Dienstag zu verschieben, da sie einige Spieler zu den Nachwuchsnationalmannschaften abstellen mussten. Dabei wurde auch gleich das Heimrecht getauscht, es sollte kein Nachteil durch den Termin an einem Wochentag für den Sportklub entstehen. So eine Zusammenarbeit und Kompromissbereitschaft sind vorbildhaft und sollten der Normalfall sein.

Also: Dienstag Abend, auf nach Favoriten in die Generaliarena, die beachtlichen 800 Zuschauer haben das Kommen auf keinen Fall bereut: 1:0 – 1:1 – 1:2 – 2:2 – 3:2 – 3:3 – 3:4 !!!
Ein Spiel wie gegen Amstetten, nur mit dem besseren und glücklicheren Ausgang für die Buam aus Hernois.

Nach der 6. Runde auf Platz 4, dabei möchte keiner so genau daran denken wie viele Punkte mehr es mit den 2 verschossenen Elfmetern hätten sein können. Platz 1 in der Auswärtstabelle und Platz 4 in der Gesamttabelle lesen sich auf jeden Fall zwischenzeitlich mehr als nur gut.

Wenn sich die Art und Weise Spiele zu gewinnen nicht bald ändert, wollen wir der Mannschaft nur zu bedenken geben, daß man sich nicht nur um das Wohl der Fans, sondern auch und vor allem um das Wohl des Trainers Sorgen wird machen müssen. Chapeau, Herr Jusits, weiter so!

PS: An der violetten Kantine könnten sich viele Vereine, speziell in Wien, ein Vorbild nehmen: Qualität, Schnelligkeit und Service waren einfach nur Top (zum Glück stand diesmal eine Kantine zur Verfügung).

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Kategorien: Regionalliga Ost

First Vienna FC 1894 vs. SKN Sankt Pölten Juniors 05/09/2014

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Im Rahmen der Regionalliga Ost spielte die Vienna vor 934 Zuschauern gegen die Amateure des vom Onkel hofierten SKN Sankt Pölten. Dabei kam es zum Wiedersehen vom Sankt Pöltener Spielertrainer Jochen Fallmann mit seinem ehemaligen Verein der Vienna. Diskutiert wurden in den Tagen vor dem Spiel vor allem die Hellblauen Heim- bzw. die türkisfarbenen Auswärtsdressen, mit denen die Heimmannschaft zu spielen begann. Und obwohl diese wieder „wie von der Tarantel gestochen“ loslegten und die Gäste vor allem mit der Schnelligkeit der Stürmer ihre Probleme hatten, passierte ab der 10. Minute nicht allzuviel und die Amateure übernahmen zunehmend die Spielkontrolle. Doch je länger sie dominierten und kein Tor zustande brachten, passierte das, was laut einer alten Fußballerweisheit dann gerne passiert: Die Vienna bekam einen Elfmeter und ging damit in Führung.
In der zweiten Hälfte dasselbe Bild: Die Niederösterreicher drückten, die Vienna bekam den nächsten Elfer zugesprochen und die Juniors waren nur mehr zehnt. 2:0 für die Vienna und um einen Spieler mehr: „Was soll da noch passieren?“ dachten sich die Zuschauer. Schon waren die Niederösterreicher nur mehr zu neunt, trotzdem weiterhin die klar bessere Mannschaft, drängten die Döblinger hinten rein, hatten mehr Ballbesitz und waren einem Tor nahe, trafen aber trotzdem nicht.
Schluss – Aus – Abpfiff: Die Vienna wusste selbst nicht warum sie gewonnen hatte und war froh wie der Schiedsrichter, daß die Partie abgepfiffen worden war. Verdiente Siege sehen anders aus. Auf alle Fälle werden wir uns den ersten Elfmeter und die Zweite Rote Karte auf Ostliga.tv ganz genau anschauen und dann unser Resümee über diesen Vienna Sieg ziehen.
Mit so einer Leistung wird es schwer werden, die Visionen 2014 auch nur ansatzweise zu erreichen.

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Kategorien: Regionalliga Ost

Sommer-Cup am Sportclubplatz 29/06/2014

Nach dem Supporterscup im Vorjahr trafen sich der First Vienna FC, der SC Wiener Neustadt und der Wiener Sportklub dieses Mal in Wien am Sportclubplatz, um im Rahmen der Vorbereitung ein Turnier mit je 1 mal 45 Minuten und jeder gegen jeden auszutragen.

Nachdem der WSK das erste Spiel gegen Wiener Neustadt 1 zu 2 verloren hatte, trennten sich im zweiten Spiel die Vienna und Wiener Neustadt 0 zu 0. Da im letzten Spiel die Vienna dem WSK 3 zu 1 besiegte, hat sie das Turnier somit gewonnen und es ist zu gratulieren.

Nachdem die Spiele gespielt waren und sich bei der, vielleicht, schlechtesten WM aller Zeiten im Achtelfinale Brasilien und Chile im ersten Achtelfinale neutralisierten, konnten danach in aller Ruhe das Elfmeterschießen noch live beobachtet werden, eigentlich fast wie ausgemacht.

Als Erkenntis des Sommercups bleibt, dass sich Fußball im Stadion einfach besser anfühlt als 48 Spiele in 13 Tagen am anderen Ende der Welt vorm Fernseher, und es scheint so, als würde nicht die WM als Inspiration für die Trainer in der Regionalliga dienen, sondern nach dem Fazit der Vorrunde, der eine oder andere Punkt, der in Ostliga schon lange Bestand hat, nun endlich als das Non Plus Ultra des Fußballs erkannt worden sein.

Übrigens: Es ist schade um Ostliga.at

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Wiener SK – SV Schwechat 02/03/2014

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Der letzte Freitagabend im Februar und die Regionalliga-Ost starten wieder. Waren es in dem letzten Jahre die Sorgen, ob aufgrund des Winters überhaupt gespielt werden kann, so konnte dieses Jahr aufgrund des milden Winters die Vorfreude überwiegen. Wobei es gerade beim Sportklub auch große Neugierde war, denn nach dem Trainerwechsel und dem fast Totalumbau des Teams konnte niemand so recht einschätzen, ob man den bitteren Gang in die Wienerliga noch entgehen und sich ins Tabellenmittelfeld retten kann. Und dann war das erste Spiel auch noch gegen Schwechat. In der Tabelle nur aufgrund der besseren Tordifferenz einen Platz vor dem WSK, war es ein so genanntes 6 Punkte Spiel. Es wurden zwar auch hier nur 3 Punkte vergeben, aber Punkte gegen den direkten Kontrahenten (in diesem Fall gegen den Abstieg) zählen einfach doppelt.

Und da nach dem Spiel vor dem Spiel ist hat das Unentschieden genau das bewirkt, wobei durch die Siegen von Sollenau und der Viktoria zwei Kontrahenten im Abstiegskampf gewinnen und somit etwas Boden gut machen konnte. Doch noch ist nichts verloren, denn da fast die halbe Liga im Abstiegskampf mittendrin statt nur dabei ist, gibt es fast jede Runde ein 6 Punkte Spiel. Aber die Mannschaft des WSK lebt, davon konnten sich die 1370 Zuschauer überzeugen und der Ligaverbleib scheint realistisch, wenn auch noch sehr viel dazu beigetragen werden muss und sich die Mannschaft noch weiter steigern muss.

Spielbericht

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Kategorien: Regionalliga Ost

Hallenfußball 11/01/2014

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In der Wiener Stadthalle wurde ab dem Jahr 1959, als dessen geistige Vater Josef Argauer das Turnier ins Leben rief, das inzwischen schon legendäre und gleichnamige Fußball Hallenturnier ausgetragen, bei dem die Wiener Traditionsklubs eine wesentliche Rolle spielen.

Das Hallenfußballturnier fand immer zwischen Weihnachten ab dem Stefanitag und den Heiligen Drei Königen am 6. Jänner des Folgejahres statt und überbrückte damit die Pause in der Fußball-Bundesliga. Die Besonderheiten dieses Turniers waren die Art und Weise, wie Fußball gespielt wurde, das in der Halle einen anderen Charakter aufweist, und das das Publikum, vor allem das technisch hochwertige Spiel der Wiener Austria Ende der 80er Jahre, ganz nah am Spielgeschehen teilhaben ließ.

Allerdings hat das Wiener Stadthallenturnier wie viele andere Hallenfußball-Turniere in Europa nach den 1970er- und 80er-Jahren, als die Turniere besonders erfolgreich waren, an Wert verloren. Als erstes wollte man in Österreich eine von der Bundesliga initiierte Bundes weite Hallenfußball-Liga starten und hat das Stadthallenturnier als Finalspielort integriert und dadurch den bisherige Spielmodus stark verändert.

Die Gründe für das immer größer werdende Desinteresse der Fans waren, dass der Hallenfußball generell härter wurde und das spielerische Moment immer mehr fehlte. Spiele in der Halle sind früher 7:4 ausgegangen und enden nun knapp und hart umkämpft mit 2:1, weil die Taktik höher eingestuft wurde und die Anzahl der Fouls auch immer mehr anstieg. Vor allem in den letzten Jahren sind die Großvereine aus diesem Grund nur mehr mit ihrer „zweiten“ Mannschaft angetreten, um ihre Stars zu schonen und sie keiner zusätzlichen Verletzungsgefahr auszusetzen. Dies wurde aber von den Fans und den Medien sehr stark kritisiert und der Flair und vor allem die Nähe zu den Stars fehlte immer mehr.

Aus all diesen Faktoren heraus wurde 2006 kein Wiener Stadthallenturnier mehr veranstaltet, 2007 feierte man zwar ein erfolgreiches Comeback, aber 2008 sagte man wiederum das Turnier ab.

Mit der Ausgabe im Jänner 2009 sollte das Stadthallenturnier, unter der Schirmherrschaft der Wiener Großvereine Rapid und Austria und einem verkürzten Spielplan, wieder neu eingeführt und wiederbelebt werden, aber schon 2010 gab es die nächste Absage und seitdem findet das Turnier nicht mehr statt, weshalb das Kapitel Wiener Stadthallenturnier offenbar als abgeschlossen zu betrachten ist.

Trotz alle dem, oder genau deshalb, gibt es eine Initiative auf Facebook, die ein Revival des Stadthallenturniers fordert.

Obwohl es dieses altehrwürdige Turnier nicht mehr gibt, so muss der Wiener Fußballfan nicht auf den Hallenfussball, der ihm über Jahrzehnte die Weihnachtsferien versüßte, verzichten. Alljährlich im Jänner findet unter der Schirmherrschaft des Wiener Fußballverbandes das gleichnamige Turnier in der Ferry Dusika Halle statt. Trotz aller Kritik an der Halle, die durch die vorhandene Radrennbahn das Spielgeschehen für den Zuschauer sehr weit weg erscheinen lässt, fand es heuer  zum bereits zum 37ten Mal statt und es hat wieder einmal gezeigt, dass nicht nur die technisch sehr gut ausgebildeten Spieler der Amateurvereine aufgeigen konnten, sondern dass durch Leidenschaft und Laufbereitschaft in einem starken Kollektiv auch sehr viel zu erreichen ist – und den Wiener Großvereinen, wenn auch nur ihren zweiten Mannschaften, von den sogenannten „kleinen Vereinen“ durchaus nicht nur Erfolglos Paroli geboten werden konnte.

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